Mythenumwoben

 

Es gibt mindestens zwei Legenden, die sich um die Birma ranken, die HEilige Birma oder "Heilige Katze von Burma" (nicht zu verwechseln mit der anderen kurzhaarigen Burma). Die eine weist tief in die Geschichte zurück, die andere ist etwas 100 Jahre akt. Die ältere Geschichte lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Im 9. Jahrhundert gab es in den Ländern Südostasiens, dem heutigen Myanmar (Burma), Thailand und Kambodscha viele Königreiche, die unter der Herrschaft der Khmer standen und deren spirituellen Mittelpunkte buddhistischen Tempel bilden. Die wichtigsten befanden sich in Ava und Pegu in Myanmar, Ayutthaya in Thailand und Angkot in Kambodscha. Sie waren ständig in Gefahr, von thailändischen Räubern überfallen zu werden und wurden schließlich im 15. Jahrhundert bis auf wenige ausnahmen zerstört. In den Tempeln lebten schneeweiße Katzen. Die Buddhisten glaubten, dass sie die Seelen der verstorbenen Priester verkörperten. Die Tiere genossen besondere Verehrung und wurden liebevoll umsorgt. Einige Gesichten berichten, dass sie die Tempel vor Eindringlingen schützen, doch Birma-Katzen haben ein so freundliches, sanftes Wesen, dass das eher unwahrscheinlich ist.

 

Die Legende von Sinh

 

Der Legende nach lebten in dem Tempel von Lao-Tsun, dessen Name unbekannt ist, eine weiße Katze namens Sinh mit bernsteinfarbenen Augen. Sie war die Gefährtin des höchsten Priesters, Mun-Ha. Eines Nachts brachen Räuber in den Tempel ein und töteten Mun-Ha, während er zu Füßen der Statue der goldenen Göttin mit den saphirblauen Augen betete. Sinh sprang sofort auf Mun-Has Körper, und die Seele des alten Priesters ging auf die Katze über. Als dies geschah, wurde Sinhs weißes Fell vom goldenen Glanz der Statue überschattet und blieb nur dort weiß, wo die Pfoten den heiligen Mann berührten. Gesicht, Ohren, Schwanz und Beine nahmen die Farbe der Erde an, und die bernsteinfarbenen Augen wurden saphirblau. Sieben Tage lang soll Sinh neben dem Körper ihres Herrn gelegen, ihn bewacht und jede Nahrung verweigert haben. Dann starb auch sie und brachte Mun-Has Seele ins Paradies, woraufhin die übrigen 99 Tempelkatzen ebenfalls die neue Färbung annahmen. Angeblich scharten sie sich um einen der jungen Priester und zeigten damit, dass er der von Mun-Ha auserkorene Nachfolger war. Diese Tradition wurde fortgesetzt, doch dann kam die Zeit, als die Priester von Lao-Tsun in Ungnade fielen. Ende des 19. Jahrunderts wurden sie aus dem Tempel vertrieben. Ein Engländer und ein Franzose, Major Russell-Gordan und der Forschungsreisende Auguste Pavie, halfen den Priestern und deren Katzen bei ihrer Flucht nach Tibet, wo sie einen neuen Tempel errichteten. Einige Jahre später, 1919, wurden zwei Tempelkatzen als Zeichen der Dankbarkeit nach Frankreich geschickt. Der Kater starb auf der Reise. Doch Sita, die trächtige Kätzin, überlebte und begründete die Birmazucht in Europa. Somit ist die Brima, wenn man den Gesichten glaubt, eine Naturrasse.

Top

ha